Bei einer Panikattacke steigt die Angst plötzlich stark an. Herzrasen, Schwindel, Zittern, Atemnot oder ein Gefühl von Unwirklichkeit können auftreten. Viele Betroffene fürchten in diesem Moment, die Kontrolle zu verlieren oder körperlich ernsthaft bedroht zu sein.
Was im Körper geschieht
Angst versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Aufmerksamkeit und Körperfunktionen verändern sich schnell. Das ist als Schutzreaktion angelegt, kann bei einer Panikattacke aber ohne eine entsprechende äußere Gefahr auftreten.
Die Beschwerden sind real. Zugleich kann die Bewertung der Symptome den Alarm weiter verstärken. Wer Herzklopfen als Zeichen einer unmittelbar bevorstehenden Katastrophe deutet, bekommt verständlicherweise noch mehr Angst.
Zuerst Sicherheit prüfen
Eine Panikattacke lässt sich nicht sicher aus einem Artikel heraus feststellen. Neue, ungewöhnlich starke oder medizinisch nicht abgeklärte Beschwerden sollten ärztlich beurteilt werden.
Was im Moment Orientierung geben kann
Wenn die Beschwerden medizinisch bekannt sind und Sie sich an einem sicheren Ort befinden, können einfache Schritte helfen, wieder Kontakt zur aktuellen Situation aufzunehmen:
- Benennen Sie innerlich: „Mein Körper ist gerade im Alarmzustand.“
- Spüren Sie beide Füße am Boden oder den Kontakt zur Sitzfläche.
- Richten Sie den Blick auf konkrete Dinge im Raum und beschreiben Sie deren Form oder Farbe.
- Atmen Sie, sofern angenehm, etwas langsamer aus. Vermeiden Sie bewusst sehr tiefe oder hektische Atemzüge.
- Bleiben Sie, wenn es sicher und möglich ist, einen Moment an der Stelle, statt sofort fluchtartig zu reagieren.
Diese Schritte sind keine Garantie, dass die Angst sofort sinkt. Sie können jedoch helfen, die Attacke weniger zusätzlich anzufeuern und wahrzunehmen, dass die Intensität sich wieder verändert.
Was danach hilfreich sein kann
Nach einer Attacke ist der Wunsch verständlich, jede ähnliche Situation zu vermeiden. Wenn Vermeidung zunimmt oder die Angst vor weiteren Attacken den Alltag einschränkt, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.
In einer Verhaltenstherapie kann untersucht werden, wie körperliche Empfindungen bewertet werden, welche Sicherheitsstrategien eine Rolle spielen und wie sich verloren gegangener Handlungsspielraum schrittweise zurückgewinnen lässt.
Psychotherapie bei Angst und Panik